Mein Framework zur Jahresplanung mithilfe von Selbstreflexion

In diesem letzten Beitrag im Jahr 2022 spreche ich über meine Jahresplanung mithilfe von Selbstreflexion. Ich möchte Dir damit dabei helfen, das Jahr Revue passieren zu lassen und zu schauen, was gut und was weniger gut lief.

Ich bin Maruan Faraj, Gründer und CEO der Finally Freelancing GmbH. gemeinsam mit meinem Team haben wir bereits über 400 Selbstständigen aus der Design-, Development- und Marketing Branche dabei helfen können, ihre Selbstständigkeit auf das nächste Level zu heben.

Wie komme ich auf das Thema?

Wir sind im letzten Jahr von etwa 1 Mio Umsatz auf knapp 3 Mio Umsatz gewachsen, das Team hat sich von 4-5 Mitarbeitern auf über 10 vergrößert und ich hatte noch nie so viel Spaß bei der Arbeit. Währenddessen habe ich so viel Urlaub wie noch nie in meiner Selbstständigkeit gemacht und hatte wieder Zeit, meine bestehenden Freundschaften zu pflegen und einige sehr gute neue Freundschaften aufzubauen. Der Grundstein dafür wurde in meiner Jahresplanung vorher mit meiner Selbstreflexion am Ende des Jahres gelegt. 

Genau dieses Framework möchte ich Dir jetzt vorstellen und Dir das zugehörige Sheet als Vorlage mitgeben, damit Du das meiste aus dem kommenden Jahr holst und Frieden mit dem abgeschlossenen Jahr finden kannst.

Was ist überhaupt Selbstreflexion?

Ganz wichtig: Know yourself. Wenn wir uns selbst nicht kennen, können wir keine Entscheidungen für uns treffen. Viele neigen immer dazu, das Jahr zu planen, ohne nach hinten zu schauen und sich zu fragen »Wie funktioniere ich? Was mache ich? Zu welchen Entscheidungen neige ich? Welche Verhaltensmuster holen mich immer wieder ein, die vielleicht nicht gut für mich sind? Welche Dinge tun mir gut?«

 Wenn wir uns besser kennen, verbessern wir die Qualität unserer Entscheidungen und können gezielter gute Entscheidungen treffen.

Ein paar Infos zum Sheet:

Diese Vorlage zur Selbstreflexion bietet Dir eine Vorlage, um einen Check-in mit dir selbst zu machen. In der Regel bieten sich dafür die Tage um die Weihnachtszeit an, wenn wir uns um die Jahresplanung kümmern. Du kannst die Vorlage aber auch im Urlaub nutzen oder jedes Quartal. 

Ich sehe immer wieder Leute, die, wenn ich sie lange nicht gesehen habe, etwas sagen wie »Ach ja, muss ja.« Denen ist das Leben abhandengekommen. Man ist dann nicht mehr der Kapitän des eigenen Lebens. Deswegen ist es so wichtig, regelmäßig einen Check-in mit sich zu machen. Man weiß nie, wie viel Zeit man noch hat oder wie lange man noch gesund sein darf. 

So solltest Du auf keinen Fall planen!

Auf jeden Fall solltest Du vermeiden, Aussagen zu treffen wie »Ab dem 1. Januar wünsche ich mir mehr davon.« In den meisten Fällen wird es nicht passieren. Es geht nicht darum, aufzuschreiben, was Du Dir wünschst, sondern darum, das vergangene Jahr zu reflektieren und aus den Ergebnissen der Reflexion die Jahresplanung für das kommende Jahr zu erstellen. 

Was auch nicht gut ist, ist nur an allgemeine Dinge zu denken, wenn Du das letzte Jahr Revue passieren lässt. Da denkt man nur an die Highlights. Und außerdem erinnern wir uns an Dinge, die eigentlich gar nicht so passiert sind. Da gibt es diverse Studien zu. Deswegen ist es nicht gut, offen über das letzte Jahr nachzudenken. Eine bessere Vorgehensweise stelle ich Dir gleich vor.

Zuletzt solltest Du in dieser Reflexion keine Business Milestones festlegen. Da gibt es bessere Methoden, die nicht mit einer allgemeinen Jahresplanung einhergehen, sondern wesentlich Business spezifischer sind. 

Was ist also der effektivste Weg zur Selbstreflexion?

Ein 80/20 Approach. Es sollte nicht 3 Tage gehen, weil Du es sonst nicht machst. Meine Vorgehensweise dauert nicht länger als eine Stunde. 

Wie machen wir das? Wir sichten die Dokumentation des vergangenen Jahres.

Es reicht dabei schon in Deinen Kalender zu schauen und zu sehen, welche Termine Du hattest. Das gibt Dir schon ein paar Ideen. 

Schau auch in Deine Nachrichten. Das kann bei Whatsapp sein, bei Slack oder andere Messenger-Dienste. Das gibt Dir eine Idee, mit welchen leuten du zu tun hattest. 

Schau in Deinen Audible Account. Welche Podcasts hast Du dieses Jahr gehört? 

Schau in Dein Journal, wenn Du eins geführt hast. Was für Gedanken hattest Du?

Schau auch in Deine Fotos auf dem Handy oder Laptop. Welche Dinge bringen Dich zum Lächeln?

Das alles kann Dir schon einen guten Hinweis darauf geben, wie Dein vergangenes Jahr ausgesehen hat. Du musst dabei nur die richtigen Fragen stellen, um die Jahresplanung für das kommende Jahr voranzutreiben. Einige Fragen gebe ich Dir weiter unten mit, die kannst Du dann für Dich übernehmen. 

Selbstreflexion für die Jahresplanung

Wie funktioniert also die Selbstreflexion? Hier habe ich Dir meine Schritt für Schritt Anleitung mitgebracht. 

  1. Gehe durch Deinen Kalender für das vergangene Jahr und schaue dir jede Woche an. 

Das habe ich oben ja schon beschrieben, wie Du das machst.

  1. Liste für jede Woche die Peaks positiver und negativer Emotionen auf. 

Sortiere diese in die jeweilige Spalte und unter der jeweiligen Kategorisierung (People, Activities, Commitments). Was war gut und was war weniger gut? Vielleicht warst Du immer besonders motiviert, wenn Du Dich mit einer bestimmten Person getroffen hast. Oder Du hast Dich besonders schlecht und benutzt gefühlt. Es kann mal vorkommen, dass Freunde ihren Ballast bei Dir abwerfen wollen, dafür sind Freunde ja auch da. Aber wenn Du Dich bei 8 von 10 Treffen mit diesen Freunden schlecht gefühlt hast, zeigt Dir das, dass dieser Mensch Dir wahrscheinlich nicht gut tut.

Es kann auch um Aktivitäten gehen. Ich habe zum Beispiel total viel Energie gewonnen im vergangenen Jahr, als ich mit meinem Neffen beim Kinderturnen war. 

Für Commitments habe ich zum Beispiel einen Stammtisch mit meinen Kumpels. Wir treffen uns einmal im Monat da und tauschen uns aus. Das bringt mir immer Energie. Vielleicht hast Du aber auch ein Commitment, was Dir weniger Spaß bringt. 

  1. Wenn Du durch das Jahr gegangen bist, schaue Dir Deine Liste an. 

Frage Dich: »Welche 20% dieser Dinge haben die stärksten Peaks erzeugt?« Hier kommen wir zum 80/20 Prinzip. Welche 20% der Menschen, Aktivitäten und/oder Commitments haben Dir am meisten Energie gegeben und Dich am glücklichsten gemacht?

  1. Basierend auf Deinen Antworten, nehme Dir Zeit und plane mehr von den Dingen, die positive Peaks erzeugt haben. 

WICHTIG: Plane diese fest im Kalender ein. Die Chance, dass der Strudel des Alltags Dich erwischt und Du mal wieder einen Urlaub verschiebst, ist gerade bei Selbstständigen sehr real.

Ich war dieses Jahr zum Beispiel mit meinen Kumpels auf Mallorca. Wir haben uns dort eine Finca gemietet und eine Woche Zeit miteinander verbracht, rumgeblödelt und den Urlaub genossen. Das hat so viel Spaß gebracht und mir so viel Energie gegeben, dass ich jetzt schon ein Airbnb für das kommende Jahr gebucht habe, damit wir nochmal gemeinsam Urlaub machen können. 

Plane solche Dinge also ein! Der Vorteil vom Planen ist auch, je länger du Zeit hast das zu planen, desto länger kannst Du auch Vorfreude darauf haben und desto mehr hast Du von der Reise. 

Es kann auch um Personen gehen, bei denen Du Dir dann eintragen, wann Du diese anrufst oder ihnen mal eine Karte schickst. 

  1. Erstelle Deine NOT-TO-DO List basierend auf die 20% der Dinge, die negative Peaks ausgelöst haben. 

Drucke diese aus und habe sie konstant in Sichtweite für die kommenden Wochen des nächsten Jahres. Das sind Dinge und Menschen, bei denen Du weißt, dass sie Dir nicht gut tun und Du Dich schlecht fühlst. Plane keine Verabredungen, Events und Dinge nur aus Pflichtbewusstsein oder Anstand. Deine Zeit und Dein Leben sind kostbar. Achte also darauf.

Es können auch ganz banale Dinge sein, etwa »Ich fand es total schwer morgens aus dem Bett zu kommen«. Dann stellst Du Dir keinen Aufsteh-Wecker, sondern versuchst es mal mit einem Zubettgeh-Wecker. Damit zwingst Du Dich, früher ins Bett zu gehen, weswegen Dir das Aufstehen vermutlich leichter fallen wird. 

Besonders in den ersten Wochen solltest Du diese Liste in Sichtweite haben, zum Beispiel an Deinem Schreibtisch. Da passiert es dann, dass Du die Liste ständig siehst und Dich ständig an Deine gewünschten Verhaltensweisen und Muster erinnerst. 

Kommen wir jetzt zu den Fragen zur Selbstreflexion.

Wenn Du Dir die Fragen jetzt anschaust, kann es sein, dass Dir noch Dinge einfallen, die Du in der Tabelle mit den positiven und negativen Dingen noch nachtragen möchtest. 

  • Was habe ich in diesem Jahr gelernt?

Die meisten Menschen sind durch Wachstum und Verbesserung angetrieben, daher sind Deine Learnings ein guter Maßstab. 

  • Welche Sache würde alles einfacher machen?

Ich habe zum Beispiel einen Kumpel, der mit schlechtem Wetter nicht klarkommt. Er hatte nie Energie, besonders schlimm war es im Hamburger Winter. Als er dann nach Spanien gezogen ist, hat sich alles geändert. Deine Sache kann etwas ganz anderes sein, sei es eine neue Wohnung oder whatever. 

Nächstes Jahr

  • Was soll das übergeordnete Thema für Ihr nächstes Jahr sein?

Welche Überschrift soll das nächste Jahr für Dich haben? Was wünschst Du Dir? Wie würde der Trailer des nächsten Jahres aussehen?

  • Was möchtest Du sehen, entdecken und erkunden?

Mir kommen 2 Wochen im Urlaub viel länger vor als 2 Wochen zu arbeiten. Da unternehme ich so viele verschiedene Dinge, die ich im Arbeitsalltag nicht mache. Im Urlaub kommt einem das Leben immer facettenreicher vor. Deswegen ist es wichtig, dass Du lernst, zu erkunden und zu entdecken. Nimm Dir also Dinge vor. 

  • Mit wem möchtest Du im nächsten Jahr mehr Zeit verbringen?

Das habe ich oben schon beschrieben, warum das wichtig ist. 

Welche Fähigkeiten möchtest Du lernen, verbessern oder beherrschen?

  • Welche persönliche Qualität möchtest Du entwickeln oder stärken?

  • Wie wünschst Du Dir Deinen Alltag?

Gibt es Dinge, die Dir besonders gut gefallen? Möchtest Du Dir den Luxus gönnen, dass Du Dir den Montag Vormittag komplett frei nehmen willst? Da gibt es Studien zu, die zeigen, dass dort das Cortisol Level, also der Stress, am größten ist. Träume! Wenn Du nicht träumst, wird Dir niemand zeigen, was Du ändern möchtest und kannst!

  • Welche Gewohnheiten möchtest Du ändern, kultivieren oder ablegen?

Ich möchte zum Beispiel gerne wieder handgeschriebene Karten verschicken. Ich möchte mir also ein Set an Karten kaufen, die ich dann immer an meine Freunde oder Familie schicken kann, wenn ich mich bei ihnen bedanken will. 

Eine Gewohnheit, die ich ablegen möchte, ist, dass ich gerne über das graue Wetter hier in Hamburg meckere. Celina sagt mir dann immer, dass meckern nichts daran ändern wird. Do something about it or shut up about it. Und damit hat sie ja völlig recht. 

Ändern möchte ich auch, dass ich häufig sehr hart mit mir selbst bin. Das tut mir nicht gut, weil ich merke, dass ich mich damit runterziehe und es dann auch an anderen Menschen auslasse. 

  • Was möchtest Du beruflich erreichen?

Welches Umsatzziel hast Du? Ich habe dazu noch ein anderes Framework mit OKRs, wozu ich auch nochmal einen Beitrag machen werde. 

  • Wie möchtest Du Dich an das nächste Jahr erinnern, wenn Du in 10, 20, 50 Jahren darauf zurückblickst?

Das ist eine richtig gute Frage. Mal angenommen, Du bist Selbstständiger und möchtest Unternehmer werden.Und Du stellst den ersten Mitarbeiter ein. Dann wirst Du in Zukunft immer an dieses Jahr zurück denken und denken »Das war der erste Schritt!«

Oder für mich war es zum Beispiel das Jahr, in dem ich mich selbständig gemacht habe. Das hat alles für mich geändert. 

Magic happens, wenn Du das so beschreibst.

  • Was ist Dein wichtigstes Ziel für das nächste Jahr?

Von all den Dingen, die Du jetzt bedacht hast, was ist Dir davon am wichtigsten? Darauf legst Du dann den größten Fokus. 

Hier geht es zum Sheet:

Teile diesen Beitrag gerne mit Leuten, von denen Du glaubst, dass er ihnen helfen kann. Du kannst Dir das Sheet hier herunterladen und kopieren: https://docs.google.com/document/d/1mk7wIdg2ForgMjr6GCGwhLIe_5WvM3tKUFJGv_KwJgA/edit# 

Du möchtest mehr zu solchen Themen erfahren?

Schau Dir auch gerne dieses Video an, wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, was meine Fehler waren, die mich früher davon abgehalten haben, meine Ziele zu erreichen. Hier geht es zum Video: https://finally-freelancing.de/4-fehler-die-mich-davon-abgehalten-haben-meine-ziele-zu-erreichen/?

Du willst mehr behind the Scenes Input?

Wenn du mehr von mir auf Social Media willst, auch mal behind the scenes, oder wenn ich mal über einen Kunden Erfolg spreche, oder einen Insider aus der Q&A erwähne, dann folge mir auf Instagram. Ich poste fast jeden Tag eine Story zu behind the scenes, sei es von Zuhause wenn ich in meiner Deep Work Session bin oder aus dem Büro mit meinem Team. Hier kannst Du mich finden: https://www.instagram.com/finally_freelancing/

Über den Autor

90% der Designer, Developer und Marketing Dienstleister werden für ihre Zeit bezahlt und nicht ihr Können. Die meisten Unternehmer:innen gehen im operativen Tagesgeschäft unter – und erreichen bei der Skalierung früh eine gläserne Decke.

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„Ich muss zugeben, dass ich am Anfang sehr skeptisch war. Meine Skepsis hat sich als falsch erwiesen. Im Gegenteil.“

Dennis Rosenwick, Onlineshop Experte, UX/UI, dennisrosenwick.de

„…außerdem bin ich für das Coaching bisher sehr dankbar. Es ist genau das was ich jetzt gebraucht habe…“

Samuel Lutzweiler, Motion Designer, duwee.de

„Kurz vorweg: Ich bin sehr happy mit meiner Entscheidung für euer Coaching.“

Sebastian Radtke, Creative Director, radtke-grafik.de

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