Finanzielle Freiheit mit dem richtigen Steuermodell: Experteninterview mit Alexander Keck

Im heutigen Experteninterview spreche ich mit Alexander Keck über finanzielle Freiheit, Steuern und Steuerberatungen im Unternehmertum. Dabei gehen wir auch auf Inhalte aus seinem Buch ein. Er ist selbst ein erfahrener Unternehmer. Auf seiner Website zeigt er Unternehmerinnen und Unternehmern, wie sie dauerhaft Steuern sparen und schneller Vermögen aufbauen.

Ich bin Maruan Faraj, Gründer und CEO der Finally Freelancing GmbH. Gemeinsam mit meinem Team haben wir bereits über 500 Freelancer aus der Design-, Development- und Marketing-Branche beraten und ihnen dabei geholfen, ihre Selbstständigkeit auf das nächste Level zu heben.

Stell Dich doch mal kurz vor.

Ich bin Alexander Keck, ich bin Unternehmer und Autor des Buchs »Weniger Steuern & mehr Vermögen«. Ich bin heute hier, weil Maruan mein Buch gut fand und er mich mal angeschrieben hat. Er fand, dass mein Buch auch spannend für andere Unternehmer und Freelancer ist und dass wir deswegen unbedingt mal was zusammen machen sollten. 

Mittlerweile habe ich noch ein zweites Buch geschrieben, nämlich »GmbH gründen«. 

Maruan hat an dem Buch gefallen, dass es so »einfach geschrieben« ist, nämlich eher unternehmerisch und nicht steuerberaterisch. Somit lässt es sich gut lesen.

Wann und wie hast Du damals Dein erstes Unternehmen gegründet?

Ich war tatsächlich immer schon sehr unternehmerisch angehaucht. Mein erstes Unternehmen habe ich mit zwei Schulfreunden gegründet. Ich war zu dem Zeitpunkt 17 Jahre alt und in der 10. Klasse. 

Damals war ein Unternehmensberater an der Schule und hat uns einen Vortrag gehalten und ein Projekt gemacht, in dem wir als Gruppe ein Unternehmen gründen sollten. Anfangs waren wir 15 Leute, aber am Ende sind nur meine Kumpels und ich übrig geblieben. Wir haben da ganz viel ausprobiert. Es ging dabei weniger ums Geld verdienen, sondern vielmehr ums machen. 

Das hat bei mir ganz viel ausgelöst. Vorher dachte ich, ich würde eher eine akademische Karriere einschlagen, aber dann habe ich gemerkt, ich bin ein Unternehmer. Einfach eine Idee zu haben, diese umzusetzen und zu merken, dass man damit auch Erfolg haben kann. Man braucht nur eine Idee, etwas Kreativität und eine ausreichende Portion Selbstbewusstsein. Dieses Gestalterische hat mich von vornherein fasziniert und begeistert mich immer noch.

Das erinnert mich an etwas:

Ich war letztens bei einer ehemaligen Kommilitonin auf einer Gartenparty. Das war etwas alternativer angehaucht mit vielen Künstlern. Die haben mir allerdings den Stempel “Unternehmer” aufgedrückt. Aber da war ein anderer Gast, der nicht wusste, dass ich Unternehmer bin. Und er kam dann zu mir und hat mich gefragt, ob ich auch Künstler wäre. Und die Gastgeberin hat dann geantwortet: »Nein, komplett was anderes.« 

Aber da war auch ein anderer Unternehmer auf der Party, der dann später zu mir kam und meinte »Unternehmertum ist doch eigentlich auch eine Kunst: Du hast eine Idee, setzt diese um und erschaffst etwas Neues, das Du dann in die Welt setzt.«

Unternehmer sind meiner Meinung nach die wahren Kreativen!

»Creare« bedeutet ja »erschaffen« und nichts anderes machen Unternehmer. Wir haben eine Idee und erschaffen daraus einen Mehrwert. Und das ist in der Tat sehr ähnlich zu anderen künstlerischen Leistungen. Und wir wollen damit auch noch anderen Leuten helfen, schaffen etwas nicht nur für uns selbst. Und das ist für mich das Kreative, was das Produkt und die Kundenbeziehung anbelangt. Aber grundsätzlich finde ich auch dieses Gestalterische, mit wem ich zusammenarbeite, mit welchen Kunden, mit welchen Geschäftspartnern, das, was mich so begeistert. Ich kann mein Umfeld selbst gestalten. Ich denke, dass ich dadurch glücklicher bin und auch mehr Wert schaffen kann.

Unternehmertum ist also wie Kunst, aber mit gewissen Regeln. Kunst hat ja gar keine Regeln, während ein Unternehmen ja trotzdem Gewinn machen muss, etwas Mehrwert bieten muss. Ansonsten ist das sehr ähnlich.

Wie ist Deine unternehmerische Laufbahn nach der Schule bis heute weitergegangen?

Ich habe erst einmal Wirtschaftsingenieurwesen studiert und war direkt nach dem Studium bei einem Großkonzern für zweieinhalb Jahre. Da habe ich nochmal bestätigt bekommen, dass das zwar auch spannende Seiten hat, aber ich auch in ein festes Konstrukt reinkomme. Also bin ich danach nach Berlin gegangen für meine erste Startup-Gründung. Die heißt “Get it Done” und ist eine Handwerks-Plattform für große Onlineunternehmen wie Amazon oder Gardena. Da bin ich aber jetzt operativ nicht mehr involviert. 

Ich habe selbst noch als Freelancer gearbeitet und mit einem Company Builder zusammen digitale Geschäftsmodelle entwickelt. Unternehmerisch habe ich also schon viele Dinge gemacht.

Und dann bin ich auf das Thema Steuern gestoßen. Ich habe Steuern im Laufe der Zeit halt immer besser verstanden und meiner Meinung nach durch die unternehmerische Brille noch besser verstehen können, welche Entscheidungen man als Unternehmer treffen muss. Das wollte ich dann geordnet aufschreiben, um anderen damit zu helfen, Entscheidungen für ihre eigenen Unternehmen besser zu treffen und finanzielle Freiheit zu erreichen. Es muss ja niemand mehr Steuern zahlen als nötig, also habe ich geschaut, was man für sich nutzen kann. 

In Deinem Buch hast Du eine schöne Sache gesagt: »Steuerberater funktionieren ganz gut in vorgegebenen Weichen. Aber das Wichtigste passiert eigentlich vorher.« Was genau meinst Du damit?

Grundsätzlich sind Steuerberatungen ja nichts anderes als Dienstleistungen. Wenn ich diese Dienstleister also in Anspruch nehmen will, muss ich sagen, was ich von ihnen will, was ich brauche. Mit welcher Zielstellung möchte ich eigentlich beraten werden? Und da sehe ich, dass ganz viele mit Steuerberatern anders zusammenarbeiten als mit anderen Dienstleistern. Sie geben sehr wenig Instruktionen, sondern gehen davon aus, dass der Berater sich schon irgendwie melden wird. 

Wenn ich aber beraten werden möchte, muss ich das auch beauftragen und die Fragen explizit stellen, zu denen ich Antworten haben möchte. 

Hinzu kommt, dass sehr viele Steuerberater ihren Schwerpunkt eher in der deklaratorischen Betreuung haben, also eher in der Buchhaltung, damit die Steuererklärung für das Finanzamt dann verständlich ist. Das Gestalterische, also welche Fragestellungen tatsächlich da sind und wie man seine Zukunft gestalten will, das machen gar nicht so viele Steuerberater. Und auch da gibt es ja wieder verschiedene Schwerpunkte, ob es um Immobilien oder Finanzen oder was auch immer geht. Das ist wie in der Medizin: Für allgemeine Dinge geht man zum Hausarzt, aber für besondere, schwerere Sachen muss man zum Spezialisten.

Das ist wie mit den Persönlichkeitstypen nach Farben: 

Also der rote Typ, der dominant ist, der gelbe ist extrovertiert. Dann gibt es den blauen, der sehr analytisch ist und den grünen, der eher harmoniebedürftig ist. Steuerberater sind eher blaue Typen, sehr analytisch und bloß keine Fehler machen! Aber es fehlt häufig das challengen, also hinterfragen, ob man etwas anders machen kann. Mal unternehmerisch gesehen, sind das aber auch Angestellte. 

Ein Mentor hat mir mal gesagt, dass Du den Steuerberater wechseln musst, wenn er nicht an Deinen Erfolg glaubt. Das habe ich selber erlebt und ärgere mich im Nachhinein darüber, dass ich nicht früher den Steuerberater gewechselt habe. 

Grundsätzlich hilft es, wenn der Steuerberater Dein Geschäftsmodell kennt und möglichst viele ähnliche Kunden hat. Wenn Du Dein Geschäftsmodell noch erklären musst, macht es die Zusammenarbeit nur anstrengender.

Unternehmer müssen wissen, was sie vom Steuerberater erwarten.

Häufig sind es auch einfach Selbstständige oder erfüllen nur eine Aufgabe für das Finanzamt. Das braucht natürlich eine hohe Genauigkeit, wo es dann vielleicht an anderer Stelle fehlt. 

Diese Verantwortung, sich die richtige Position zu suchen, liegt aber bei uns Unternehmern. Wie mit allen anderen Dienstleistern auch, müssen wir wissen, was wir wollen und das auch richtig kommunizieren. Und dann müssen wir das auch einfordern oder, wenn wir merken, dass es nicht die richtige Person ist, dann müssen wir jemand Neues suchen.

3 Dinge muss man selber ownen.

Das erste ist Gesundheit. Man darf niemals jemand anderem die Verantwortung für seine eigene Gesundheit geben! 

Recht und Steuern sind die weiteren Dinge. Bei Steuern kann Dich zwar jemand unterstützen, aber Du musst das Lenkrad in der Hand halten! Man muss definitiv nicht alles selber machen, aber immer die letzte Entscheidungsgewalt haben. 

Stell Dir mal dieses Szenario vor:

Die meisten Leute, die das hier gerade Lesen, sind selbst Freelancer oder vielleicht auf dem Weg zum Unternehmer. Ich stelle mir hier also keinen Freelancer vor, der so 2.000 € im Monat verdient. Stellen wir uns also mal einen Freelancer vor, der etwa 200.000 € im Jahr verdient, aber nur ca. 70.000 € zum Leben braucht. 

Was sind die gängigsten Fehler, die Du in so einer Situation siehst und wie kann man sie vermeiden?

Das Typische ist, dass die meisten als Einzelunternehmen starten. Also Gewerbe anmelden oder als Freiberufler starten. Zu Anfang mag das auch der richtige Schritt sein, wenn es die erste Gründung ist. Dann muss man möglichst schnell an den Markt kommen und an den Kunden sein Angebot testen. 

Dann kommt irgendwann der Punkt, an dem man erfolgreich wird. Der Punkt ist insbesondere, wenn Du anfängst, deutlich mehr zu verdienen, als Du für den Lebensunterhalt brauchst. So wie es in dem Szenario ja der Fall ist. 

Das Problem, wenn man diese Schwelle erreicht hat, ist, dass man sein komplettes Einkommen in dem Moment als einzelne Person versteuert. Wie Angestellte es auch tun. Und ab 60.000 € im Jahr wird alles, was darüber liegt, zum Spitzensteuersatz versteuert. Da ist der Schritt in die GmbH steuerlich sinnvoll, weil Gewinne in einer GmbH mit 30% statt 42% versteuert werden. Da kann man also schon einiges einsparen, insbesondere für den Teil, den man zum Vermögensaufbau nutzt. 

In dem Beispiel oben sind das rund 15.000 €, die man im Jahr einspart.

Extra Tipp dafür:

Man sollte unbedingt seine Konten trennen. Das gibt super viel Professionalisierung und Ordnung in die Geschichte und auf einmal wird es zu einem Spiel, Geld zu verdienen.

Es geht auch nicht immer nur um Steueroptimierung.

Steuern sind ja etwas zwiespältig. Einerseits ist es ein Zeichen unseres Erfolges, viele Steuern zu zahlen. Aber andererseits will man ja nicht mehr zahlen als nötig. Es geht aber nicht darum, die Steuern auf Null zu bringen.

Unser größter Hebel ist das Unternehmertum. Welche Entscheidungen machen sowohl unternehmerisch als auch steuerlich Sinn?

Und das ist das Schöne an einer GmbH. Mit einer GmbH trenne ich das Unternehmen von der Person. Dann gehört Dir der Job, anstatt dass du angestellt bist. In der Selbstständigkeit arbeitest Du IM Unternehmen. Im Unternehmertum arbeitest Du AM Unternehmen. Du schaffst Prozesse, Systeme, usw., die für Dich arbeiten. Daher macht es Sinn, diese Trennung auch rechtlich zu vollziehen. Dann hast Du diese juristische Person mit eigenem Vermögen, die Dich zur Professionalisierung zwingt. 

Wie sieht es mit der Kapitalertragsteuer aus? Was ist da ein Denkfehler, den die Leute machen?

Grundsätzlich muss man Kapitalertragsteuer zahlen, wenn man Gewinn mit seiner GmbH macht und diese ausschüttet. Aber! Die grundsätzliche Regel ist: Nie Gewinne ausschütten!

Es gibt andere Wege, wie Du das Geld aus der GmbH wieder raus holen kannst. Der eine Weg ist natürlich über das Gehalt. Dein Gehalt sollte Deinen Lebensunterhalt gut abdecken. Man muss nicht frugal leben, es sollte einfach Deine Kostenbasis abgedeckt sein. Das ist dann Dein persönliches Einkommen, welches Du auch so versteuerst. 

Alles darüber hinaus sollte in der GmbH bleiben. Die GmbH gehört ja nach wie vor Dir. Du kontrollierst das Vermögen und hast die finanzielle Freiheit. Aber die GmbH wird dann quasi Deine persönliche Privatbank. 

Empfiehlst Du das auch so, oder gibt es noch andere Konstrukte zum Vermögensaufbau und für finanzielle Freiheit, die sich eignen?

Das Schöne an einer GmbH ist ja auch die Haftungsbeschränkung, eben weil es eine eigenständige juristische Person ist. Du haftest also nicht für das, was Deine GmbH macht. Aber wenn Dein Geld auch in der GmbH ist, zusammen mit Deinem operativen Geschäft, dann ist wieder alles zusammen gerührt. In den meisten Fällen ist es dann sinnvoll, Dein Vermögen nochmal von Deinem Geschäft zu trennen. Das machst Du, indem Du eine Holding gründest. 

Eine Holding ist im Grunde auch eine normale GmbH. Dann hältst Du Deine Anteile an der operativen GmbH nicht mehr persönlich, sondern über die Holding.

Das Schöne daran ist, dass Du die Gewinne fast steuerfrei aus der operativen GmbH in die Holding hochziehen kannst. Dann ist die Holding Deine eigene kleine Privatbank, die Dein Unternehmen, etc. finanziert und Dir finanzielle Freiheit gibt.

Also zum Verständnis: Ich bin Inhaber der Holding und die Holding ist Gesellschafter an meiner GmbH?

Richtig, genauso ist es.

Die GmbH macht Gewinne, welche ich dann hochschieben kann in die Holding und zahle dafür kaum Steuern.

Im Grunde ist das quasi steuerfrei, weil das Vermögen in der GmbH ja schon versteuert wurde. Ganz wichtig! Dann zahlst Du nur noch 1,5% Steuern, also fast nichts im Vergleich, wenn Du Deine Gewinne an die Holding ausschüttest. 

Mit dem Geld aus der Holding wirtschaftet man meiner Erfahrung nach besser:

Wenn das Geld in der GmbH konstant ansteigt, fängt man meiner Erfahrung nach an, etwas verschwenderisch zu werden. Dann geht man hier nochmal Essen, kauft da nochmal was ein. 

Wenn das Geld aber in der Holding angelegt ist und somit einen weiteren Schritt von einem entfernt ist, wirtschaftet man besser. Durch die Trennung hat man oben quasi dieses Sparschwein.

Diesen Vermögensaufbau in einer gesonderten Gesellschaft zu haben ist einfach sinnvoll. Das Ziel der Holding ist ja der Vermögensaufbau und die finanzielle Freiheit des Inhabers. Und natürlich muss die operative Gesellschaft ja dafür sorgen, dass Dein Vermögen wächst, damit Du mehr Freiheit hast und auch mutigere unternehmerische Entscheidungen treffen kannst. Außerdem ist ein wichtiger Teil davon ja auch die Altersvorsorge, auch wenn das nicht der Hauptgrund ist. Erst mal muss man investieren, später kann man sich dafür größere Dinge leisten.

Denn je länger die Flugbahn ist, desto größer kann das Flugzeug sein. Da hilft es, einen langen Atem zu haben und nicht abhängig von einem Gehalt aus der GmbH zu sein.

Wie definierst Du finanzielle Freiheit?

Meiner Meinung nach ist man finanziell zumindest unabhängig, wenn Dein Einkommen von Deiner persönlichen Arbeitsleistung getrennt ist. Finanzielle Freiheit hat man dann erst richtig, wenn das Gehalt rein aus Kapitalerträgen, also aus dem Vermögensaufbau kommt. Zunächst ist man aber erst mal unabhängig, bis man die Maschine seines Unternehmens zum Laufen bringt. Wenn es dann richtig läuft, dann hat man die finanzielle Freiheit erreicht. Klar muss man dann immer noch was dafür tun, die wenigsten Maschinen laufen ja völlig frei.

Was ist Deiner Erfahrung nach der schnellste Weg in Richtung finanzielle Freiheit?

Aus meiner Sicht geht das nicht, ohne Unternehmer zu sein. Wenn man davon ausgeht, dass Du kein Vermögen geerbt hast, dann dauert es, selbst wenn Du sehr sehr gut verdienst, einfach sehr sehr lange. Deswegen musst Du den Schritt zum Unternehmertum gehen. Dann hast Du relativ schnell finanzielle Freiheit. 

Ich habe zum Beispiel mein erstes Buch in 7 Monaten geschrieben und veröffentlicht. Dieses Buch »verdient« mir sehr gut meinen Lebensunterhalt. Du kannst also mit relativ geringem Zeiteinsatz und Aufwand ein digitales Produkt schaffen, welches Dir dann ausreichend Einkünfte verschafft.

Klar gibt es auch diejenigen Festangestellten, die 300.000 € im Jahr verdienen, aber nur 60.000 € zum Leben nutzen. Die müssen dann nur ein paar Jahre arbeiten und haben sich dann einen 7-stelligen Betrag beiseite gelegt, mit dem sie dann auch finanzielle Freiheit genießen können.

Der Unterschied ist aber, dass die Opportunitätskosten ganz anders sind. Die Gefälligkeit an den richtig gut bezahlten, selbstständigen Jobs ist anders. Wenn man dann den Schritt zum Unternehmer macht, muss man erstmal Zeit und Ressourcen investieren. Es ist schwer, sich da zu lösen. 

Wie viel Kosten im Monat sollte ich im GmbH-Konto lassen?

Im operativen Unternehmen sollte meiner Meinung nach mindestens so viel Geld liegen, dass es für 6 Monate, besser noch 12 Monate, finanziert werden kann. Gerade während Corona hat man das gesehen: Wenn irgendwas passiert, weswegen Deine Einkünfte ausbleiben, sollte Dein operatives Geschäft nicht sofort gegen die Wand fahren. Klar kann man auch gucken, wie viel Sicherheit man selbst tatsächlich braucht, wenn man beispielsweise investieren will. 

Man sollte seine Holding aber nicht nach unten ausbluten lassen, wenn es nicht gut läuft!

Man sollte sich da selbst sehr gut kennen. Entweder bin ich diszipliniert genug und kann rational da rangehen, wenn ich Geld aus der Holding zurück in das operative Geschäft pumpe. Kann ich mich da von Emotionen lösen, dass die operative GmbH mein »Baby« ist, welches ich hier gerade finanziell retten will, oder kann ich das als Investition sehen? Funktioniert das zugrundeliegende Geschäftsmodell noch oder hat sich meine Kostenstruktur so geändert, dass das Geschäft eigentlich keinen Sinn mehr macht und ich eigentlich gerade gegen den Markt angehe? Oder ist das nur eine kurzfristige Geschichte, bei der ich den Grund benennen kann und bei der ich nur eine kurze finanzielle Spritze geben muss?

Was mache ich am besten mit dem Geld in der Holding?

Kurzer Hinweis an alle Leser: Das ist jetzt keine finanzielle Beratung, sondern nur unsere persönliche Präferenz und Erfahrung!!!

Ich sehe es genauso wie Maruan. Mein größter Vermögens Hebel ist mein Unternehmertum. Ich bin als Unternehmer nicht Kapitalinvestor, sondern ich investiere darin, dass ich Unternehmen aufbaue. Mein Investieren hat dann nur die Aufgabe, eine vernünftige Rendite zu erwirtschaften und den Rest des Vermögens zu schützen. Ich bin auch ein großer Fan von ETFs, weil ich da unbegrenzt Kapital reinschieben kann, ohne dass ich das Problem bekomme »Was mache ich denn mit dem Geld?«. Aktives Investment ist da einfach mehr Arbeit. Gerade wenn man einen guten Deal machen will.

Ich sollte immer wissen, worauf ich mich einlasse und was meine Ressourcen sind.

Gibt es einen Turning Point, ab wie viel Geld in der Holding man vielleicht anders investieren kann?

Ich glaube, die Entwicklung ändert sich, genauso wie das, worauf du Bock hast. Da gibt es keinen konkreten Punkt. Das ist dann auch Teil der Freiheit. Grundsätzlich finde ich Immobilien zum Beispiel nicht unspannend. Aber ich möchte auch das lieber unternehmerisch sehen und meinen Fokus dann neu setzen. 

Man hat ja verschiedene Entwicklungsphasen. Und wenn Du dann merkst, dass Du Lust auf was Neues hast, dann kannst Du durchaus auch mal was Neues lernen und auch gleichzeitig gutes Geld verdienen, bis Du die nächste Idee hast, was Du unternehmerisch anders machen möchtest. 

Wenn Du schon gewisses Expertenwissen hast, warum solltest Du dann in Bereiche reingehen, von denen Du zunächst keine Ahnung hast und alle anderen viel tiefer drin sind? Bleib besser erstmal bei dem, was Du kennst und worin Du gut bist und teste Dich dann in die benachbarten Bereiche.

Das ist dann ja aber die Freiheit, die man hat, um das zu entscheiden.

Die Kunst des Erfolges ist es, »Nein« zu 95% aller Gelegenheiten zu sagen. 

Und dann sollte man bei den 5% dranbleiben, die man kann. Das ist wie mit der Startbahn und dem Flugzeug: Es bieten sich immer mehr Gelegenheiten, wenn man immer größer wird. 

Ich habe zum Beispiel mal nach Ferienunterkünften geschaut. Damals habe ich noch das erste Buch geschrieben. Und dann ist mir eines Tages aufgefallen, dass ich mehr über die Grundstücke nachgedacht habe, als über mein tatsächliches Projekt. Da habe ich etwas schaffen können, was einzigartig und besonders ist, habe aber ein bisschen den Fokus verloren. Da ist mir dann bewusst geworden, dass ich lieber über die Dinge nachdenken sollte, die wirklich wichtig sind und nicht über andere Ablenkungen. Man überschätzt nämlich immer, wie viel man eigentlich zu schaffen bekommt, da man so leicht abgelenkt ist. 

Aber je weiter man kommt, desto größer werden die Ablenkungen, desto eher ist man geneigt, auf diese Ablenkungen einzugehen. Da braucht man Disziplin. Und man muss immer an die Opportunitätskosten denken: Alles, wozu Du »Ja« sagst, hat Kosten. Und wenn Du sie nicht auf Anhieb siehst, musst Du ein bisschen besser suchen. 

Zum Abschluss noch ein paar Fragen aus meiner Community:

  1. Macht es Sinn, unter der Holding GmbHs zu gründen, die im Ausland sind?

Grundsätzlich geht das. Die Gegebenheiten sind da gleich, da kann man Tochtergesellschaften haben, die einen anderen Sitz haben. Die wird dann aber auch an dem jeweiligen Ort versteuert. Und die Gewinnausschüttung von der Tochter an die Holding hängt vom Land ab, wo die Sitze sind. 

  1. Was hältst Du davon, in einem anderen Land zu arbeiten, um dort schneller mehr Geld zu verdienen?

Es kommt darauf an, was Dein Business ist und wie Dein Lebensplan aussieht. Wenn Du ein digitaler Nomade bist und nirgendwo so richtig zuhause bist, kannst Du natürlich in ein Land gehen, wo Du weniger Steuern zahlen musst. 

Ich zum Beispiel wohne in Deutschland und habe auch einen vorwiegend deutschen Markt, da möchte ich auch einfach in Deutschland Steuern zahlen. Dass irgendein anderes Land von mir Steuern bekommt finde ich da nicht so toll, weil ich unter anderem die Schulen finanzieren will, auf die auch meine Kinder gehen. Das weiß ich in Deutschland einfach zu schätzen, was wir in Deutschland halt haben. Klar zahlt man viele Steuern, aber andererseits bekommt man auch sehr viel vom Staat zurück. 

Was sind die nächsten Dinge, die bei Dir anstehen und was würdest Du meiner Community empfehlen?

Okay, natürlich empfehle ich allen Freelancern und Unternehmern mein Buch. In »Weniger Steuern & mehr Vermögen« gebe ich einen guten Einstieg in das Thema. Da zeige ich einige Steuerhebel, die einen weiterbringen.

Auf meiner Website unternehmergold.de beschreibe ich sie auch nochmal in Kurzform. 

Ich bin jetzt gerade dabei, noch einige weitere Umsetzungshilfen zu bauen. Ich bekomme ganz viele Anfragen von Lesern, die wissen wollen, was sie ganz konkret in bestimmten Situationen machen sollen. Für jeden Steuerhebel gibt es noch Dinge, die ich mitteilen möchte, die noch weiter gehen, als es im Buch der Fall ist. Da bin ich gerade an Online Kursen dran, um noch mehr Infos zu verbreiten. 

Hier geht es zu Alexanders Website und seinem Buch:

Mehr zum Buch „Weniger Steuern & mehr Vermögen”: http://unternehmergold.de/weniger-steuern

Mehr zum Buch „GmbH gründen”: http://unternehmergold.de/gmbh-gruenden

Hier geht es zur Website: www.unternehmergold.de 

Hol dir den kostenlosen E-Mail-Kurs „Mit diesen 5 Steuerhebeln zahlst du nicht mehr Steuern als nötig“: https://unternehmergold.de/5-steuerhebel

Du möchtest mehr zu solchen Themen erfahren?

Schau Dir auch gerne dieses Video an, wenn Du mehr über die Stufen der Angebotsentwicklung erfahren möchtest. Hier geht es zum Video: https://finally-freelancing.de/positionierung-die-4-stufen-des-perfekten-angebots/

Du willst mehr behind the Scenes Input?

Wenn du mehr von mir auf Social Media willst, auch mal behind the scenes, oder wenn ich mal über einen Kunden Erfolg spreche, oder einen Insider aus der Q&A erwähne, dann folge mir auf Instagram. Ich poste fast jeden Tag eine Story zu behind the scenes, sei es von Zuhause wenn ich in meiner Deep Work Session bin oder aus dem Büro mit meinem Team. Hier kannst Du mich finden: https://www.instagram.com/finally_freelancing/

Über den Autor

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